"Hexe Hexe stelze

'rab vum Kandelfelse"

 So ertönt es alljährlich drei mal zur Fasnet. Dieser Ruf soll die vielen Hexen vom Kandelfelsen runterlocken. So nimmt der Sabbat seinen Lauf. Er beginnt mit dem Hexentanz und der Teufelsverehrung, Hexentaufe und der Sprung mit dem Besen übers Feuer dürfen natürlich nie Fehlen. Und am Ende reitet die Hexe auf dem Besen von Fenster zu Fenster über den Marktplatz - und über den Köpfen der Menge...

Aber der Kandel ist mehr als eine Fasnets- Legende.

Die gewaltigen Felsmassive am Nordhang des Kandels sind das Produkt der Eiszeitlichen und Nacheiszeitlichen Verwitterungskräfte. Der Kandelfelsen konnte den Gletscherstrom, der bis 300m in das Tal reichte, wiederstehen. Erde und Geröll um ihn wurden weggerissen, schrieb Dr. Willi Thoma über den Koloss aus Gneis.


 

Im Sommer bietet er Platz für Wanderer und Biker, Segler und Gleiter, für Familien zum Essen gehen usw.


 Im Winter sind Ski und Snowboardpisten mit Lifts das Absolute Highlight. Schlittenhügel für Rodler, Aussichtsplätze für Romantiker und ein Wirtshaus für Jedermann - einfach alles, was das Herz begehrt.


Aber so beliebt war der Kandel nicht immer. Im Gegenteil. Dem einfachen Volk in früherer Zeit war er sehr unheimlich. Hexen und böse Geister sollen sich dort tummeln. Wilde Tiere und die immer währende Dunkelheit (schließlich ist der Name "Schwarzwald" bewusst gewählt) machten den Anwohnern Angst. Die einzigen, die sich zu dieser Zeit auf den Beschwehrlichen Weg bishin zum Gipfel des Kandels aufmachten, waren Mönche, die mit Bannsprüchen das Böse fernhalten sollten.


Nicht weit ist da der Schritt zu behaupten, der Teufel selbst säße auf dem 70m hohen Kandelfelsen an der Nordseite des Berges. 

Zu dieser Zeit entstanden viele Sagen und Legenden rund um den Kandelfelsen und seine Gestalten. So soll es unter dem Kandelfelsen einen See geben (In vielen Bergen des Schwarzwalds sind solche Seen schon Nachgewiesen - im Kandelfelsen nicht auszuschließen!)
Eine Sage berichtet, dass der Teufel auf dem Felsen sitzt und den Braisgau irgendwann überschwemmen wird.
Eine Legende Berichtet über eine Gold-schimmernde Forelle, die mit einer Kette am Kandelfelsen festgebunden ist. Sie wächst jährlich. Sie wird irgendwann so groß werden, dass sie an der Kette zieht, den Felsen bricht und -> Tata: den Braisgau überschwemmt.

Das viele dieser Hexengeschichten das  traurige Zeugniss von Verfolgungen und Folter zu dieser Zeit wiederspiegeln, ist heute relativ unbekannt. Viele Frauen gestanden damals unter Folter, sie hätten sich zur Teufelsanbetung zur Walpurgisnacht getroffen. Das einfache Bauervolk glaubte diese Geschichten und Geständnisse. 

Doch die wahrscheinlich größte Geschichte stammt von 1981 und ist tatsächlich passiert: In diesem Jahr in der Walpurgisnacht, um 0:17 Uhr brach der obere Teil des Kandelfelsen ab und stürtze in die Tiefe.
Die Bergwacht fand einen Reißigbesen und das Gipfelbuch bei der Suche nach Verletzten. Dass der See nicht aus dem Felsen brach, ist der Tatsache zu verdanken, dass nur der obere Teil wegbrach.
Wie konnte in der Walpurgisnacht, ausgerechnet in der Geisterstunde, wenn die Hexen der Legende zufolge auf dem Kandelfelsen den Teufel umtanzen, wie kann ausgerechnet DANN der Felsen brechen?

Bis heute würde nur eine Antwort gefunden: Die der Sagen und Legenden. Tatsächlich weiß man nur: Erdbeben können ausgeschlossen werden und ein unterirdischer See ist eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.


 

26.4.10 14:57

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